Der Baum als Lebewesen
Alte Bäume sind faszinierend. Sie haben eine Geschichte, ein Schicksal wie wir - doch leben sie weit länger.
Jahrhunderte alte Bäume wirken erhaben und geheimnisvoll. Sie besitzen Charakter. Die Wuchsform, der Stamm, die Rinde und die Wurzelstrukturen erzählen ihre Geschichte.
Wir Menschen leben seit je her von und mit den Bäumen. Sie liefern uns Holz, Früchte und dienen oft zu Heilzwecken. Im Lauf der Zeit entstanden daneben auch viele Geschichten, Legenden und Mythen über Bäume weltweit.
Der Baumhabitus, geformt von der Natur oder Menschenhand, ist besonders vielfältig und deshalb so interessant. Die vom Sturm geformte Kiefer in den Bergen steht ebenso stolz in der Umwelt wie die dicke, komplett hohle Dorflinde vor der Kirche.
Für uns Baumpfleger ist es eine ganz besondere Aufgabe solche alten Naturdenkmäler zu schützen und zu versuchen ihre Lebensgeschichte zu verstehen.
In unserer heutigen Zeit wird der Baum geliebt, gefürchtet oder gehasst. Ein natürlicher Verfall wird ihm allerdings meistens verwehrt, sodass alte Bäume oft „totsaniert“ oder zuvor gefällt werden.
Dadurch nimmt die Anzahl besonderer Bäume, die eine lange Geschichte erzählen können immer weiter ab. Baumalleen müssen Straßenerweiterungen weichen; die sterbende Eiche muss aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden.
Unsere Wälder werden aufgeräumt. Totholz, für Käfer und Pilze besonders wichtig, bleibt leider nur selten liegen.
Wir Baumpfleger verstehen uns als Vermittler zwischen den Bäumen und dem Menschen, mit dem Ziel einen Rest Wildnis in unseren Städten zu erhalten, gleichzeitig aber auch die nötige Sicherheit für die Menschen zu schaffen.
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